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Oberthingau

Oberthingau - Bild von Florian Heringer
Bild von Florian Heringer
Bild der St. Stephan Kirche in Oberthingau
Bild der St. Stephan Kirche in Oberthingau

Oberthingau ist ein Doppelstraßendorf und liegt etwa 2 km südlich von Unterthingau. Die ab1818 selbständige Gemeinde Oberthingau wurde am 1. Januar 1978 in die Marktgemeinde Unterthingau eingegliedert.

Eine Differenzierung (Obertüngöw) fand erst ab 1357 statt, nachdem Unterthingau und Oberthingau einer Wurzel entspringen.

Nach der Schenkung des Reichshofs Thingau und dessen Zubehör durch König Otto den Großen im Jahre 943 an das Kloster Kempten, setzte allmählich die Rodung und Besiedlung von Oberthingau ein, an der sich auch das Hochstift Augsburg beteiligte.

Wie das Salbuch des Stifts Kempten aus dem Jahre 1394 berichtet, war der Reichswidemhof der Reichshofkirche St. Stephan in Oberthingau bereits in drei Teile aufgeteilt, dem Maierhof Hs.-Nr. 16 (heute Kirchberg 15), dem Widemhof Hs.-Nr. 1 (heute Hauptstraße 1) und des Swaighusers Halbhube Hs.-Nr. 2 (heute Hauptstraße 3), welche gegen Kempten giltpflichtig und zehntbar war.

Von 1527 bis 1803 werden fünf leibfällige Gotteshausgüter des Fürststifts Kempten genannt. Es waren dies die Hs.-Nrn. 1, 2, 11 (10 ½ , 14, 16). 1525 zählte man 61 Hofstätten ohne Rücksicht welchem Herrn sie dienten. Zur Zeit der Säkularisierung der beiden Stifte Kempten und Augsburg im Jahre 1803 zählte man 41 Stiftkemptische Familien zur Pflege Thingau unter einem stiftkemptischen Hauptmann, sowie 27 Hochstift Augsburg Bischöfliche Familien zur Pflege Oberdorf unter einem bischöflichen Hauptmann stehend.

Weiterhin erwähnt ist eine Vereinödung im Jahre 1808, wo auch u.a. ein Borkstall, sprich Burgstall (verderbt als Bockstall bezeichnet) genannt wird, der Anlage nach eine mittelalterliche Bauernfliehburg, durch Kiesabbau etwas zerstört. Dieselbe Verderbung der Einöde Hühnerschwang, heute in Osterberg aufgegangen, welche Flur durch die Rodung der alteingesessenen Familie "Hiemer" entstanden ist. Von einem grundherrschaftlichen Hühnerhalter geschieht in den weit zurückreichenden Lehenbüchern der beiden genannten Herrschaften keine Erwähnung.

Hans Unsinn, 1516 zu Freiburg i. Br. immatrikuliert, um 1525 Pfarrvikar (Leutpriester) in Oberthingau, Prediger der Reformation, verheiratet sich später und übernimmt das väterliche, bischöfliche Lehensgut des Hochstift Augsburg in Oberthingau Hs.-Nr. 44 (Bergstraße 15). Ein Sohn von ihm, namens Abraham Unsinn, kam 1572 nach Oberdorf und wurde Gerichtsschreiber der Pflege Oberdorf. Das Wappen dieser Familie über der Eingangstüre des Gasthofs "Zum Engel" und Epitaph mit Wappen an der südlichen Außenlanghauswand der Pfarrkirche in Marktoberdorf erinnert noch an sie.

Die Weiler

Beilstein (Beichelstein), ein Weiler zu Oberthingau, 2,5 km vom Pfarrsitz Görisried, im Jahre 1810 von Oberthingau nach Görisried umgepfarrt, mitten im Wald gelegen, abzuleiten von einem hervorragenden Nagelfluhfelsen, einem Stein wohl in Beilform, Findling der Eiszeit. 1394 erstmalig erwähnt.

Eichelschwang (Aichelschwang), ein Weiler 1,5 km südlich von Oberthingau am Fuße eines Hügels der zu einer größeren Ebene abfällt, gelegen.

Eschenau, ein Weiler 1 km südöstlich von Oberthingau, nächst der Wertach gelegen, einst mit Eschen bestandene Au. Ursprünglich nur Mühle.

Osterberg, ein Weiler 1 km nordöstlich von Oberthingau. Hier kreuzen sich der Allgäu-Schwäbische Wanderweg und der Münchner Jakobsweg.

Ried, ein Dorf 2 km östlich von Görisried und 3,5 km südlich der Gemeinde und Pfarrei Oberthingau gelegen. 1394 erstmalig erwähnt.